Fliegenfischen Lachs / Lachse Angeln

Atlantischer Lachs aus dem Mandal, Norwegen

Lachs

lat.: Salmo salar  


Familie:
  Lachse und Maränen, Salmonidae

Atlantischer Lachs aus dem Mandalselva, Norwegen
Atlantischer Lachs


Vorkommen

Der Lachs bewohnt den nördlichen Teil des Atlantischen Ozeans von der Petschora (UdSSR) bis zürn portugiesischen Fluß Ducro, die Ostufer Kanadas, Grönland und Island.


Erkennungsmerkmale
Von der verwandten Meerfürelle unterscheidet er sich u.a. durch die ausgeschnittene Schwanzflosse und dunkle Flecken am Kopf und an der oberen Rumpfhälfte.


Größe


Wichtges
Im Meer findet der Lachs ausgezeichnete Ernährungsbedingungen vor und ernährt sich hier ein bis drei Jahre lang intensiv. Die Männchen kehren früher ins Süßwasser zurück als die Weibchen. Jahreszunahmen von 2 bis 5 kg sind keine Seltenheit. Während des Zuges im Fluß nehmen die Lachse keine Nahrung auf, auch wenn nach den Fangen mit der Angel auf das Gegenteil geschlossen werden könnte.
Es wurde festgestellt, daß ein Teil der Lachse an den Küsten und in der Mündung ihrer Mutterflüsse bleibt (Ostseelachs). Im Meer können sie an einem Tag 30 bis 100 km zurücklegen.


Fortpflanzung
Zum Laichen kommt der Lachs hoch in die Flüsse hinauf, allerdings nicht immer zur gleichen Jahreszeit. In den Flüssen Schottlands beginnt der Zug bereits irn März, in Irland hauptsächlich im Juni, in Skandinavien ab Mitte Mai. Manchmal ziehen im selben Fluß zwei Populationen, die Frühjahrs- und die Herbstpopulation.
Der silberne Glanz des Lachskörpers wird dunkler umso länger die Fische im Süßwasser sind. Das rote Fleisch wird nun blaßrosa und zugleich auch weniger schmackhaft. Das eigentliche Laichen setzt in den Wintermonaten auf kiesigem oder grobsandigem Grund ein. Der Rogner bereitet Stellen vor, schlägt sie aus, säubert sie und legt darin je nach seiner Größe 5000 bis 30 000 Eier ab. Lachse im Gewicht von 4,5 bis 9 kg laichen in 15 bis 60 cm tiefem Wasser, das mit einer Geschwindigkeit von 30 bis 45 cm/s strömt.

Viele Milchner sterben nach dem Laichen. Binnen 100 bis 150 Tagen schlüpft die Brut, die im Süßwasser 2 bis 3 Jahre zubringt und erst als 10 bis 20 cm großer Fisch (sog. Smoltstadium) ins Meer zurückkehrt. Im Jungfischstadium ähnelt der Lachs in der Färbung einer kleineren Forelle, im Smoltstadium weist er bereits das charakteristische silberfarbige Aussehen der Körperseiten auf.


Interessant






Der Lachs - Angeln auf Lachs

Wohl kaum eine Passion ist so von Höhen und Tiefen gezeichnet wie das Lachsfischen. Seit 20 Jahren zieht es mich trotzdem immer wieder an die Flüsse der Verheißung - ob in Norwegen, Irland oder Schweden. Und wie oft habe ich nach einer Pleitetour gesagt: „Nie wieder Lachsangeln!" Doch kaum zu Hause, wurde schon wieder die nächste Tour geplant. Und warum? Vor vielen Jahren sagte mir auf meinem ersten Lachstrip in Norwegen ein alter, erfahrener „Lachsinfizierter" mit leichtem Bedauern in der Stimme: „Wenn du den ersten Lachs im Drill hast, bist du versaut!" Und wie der Teufel es wollte - der Biß kam. Nach einigen Tagen ohne einen einzigen Kontakt gab es den gewaltigen Ruck, der durch meinen Körper fuhr, sich ausbreitete wie ein Virus und den ich bis heute nicht mehr losgeworden bin. Gut, es war kein Riese, der nach knapp zehn Minuten die Flossen hob und sich ergab - aber dieser 5-Kilo-Lachs war der Beginn einer alles beherrschenden Leidenschaft. Lachs - der Traumfisch!

Unberechenbar wie kaum ein anderer, kampfstark bis zur letzten Sekunde, explosiv wie eine Ladung Dynamit — Athleten im Schuppendreß. Aber auch ein Fisch, der einen bis an den Rand der Selbstauf­gabe bringen kann. Ich erinnere mich noch gut an ein Erlebnis an der berühmten Gaula in Norwegen: Ein großer Schwärm Lachse war mitten im Aufstieg, es klatschte und donnerte im ganzen Pool. Aber es war zum Verrücktwerden - kein Köder, noch so gut geführt - brachte einen Biß. Und dann war der Spuk vorüber. Am nächsten Morgen schien der Pool wie leergefegt, kein stahlblauer Rücken durchbrach die Wasseroberfläche. Aber schon nach dem ersten Wurf riß es mir fast die Rute aus der Hand - Anhieb und weg! Nächster Wurf, wieder Kontakt, ein Sprung - aus der Traum! Am
Abend konnte ich auf die Liste der ver­lorenen Fische Nummer sechs eintragen, alles Fische jenseits der 10-Kilo-Marke. Und das war's denn - bis zum Ende des Urlaubs.

Was ich damit sagen will: Lachsangeln ist die Zeit der Überraschungen, und das macht die Sache so ungemein reizvoll. Tagelang passiert nichts, und dann knallt's! Die Spannung, bei jedem Wurf einen dieser sagenhaften Kämpfer an den Haken zu bekommen - das ist es! Aber Lehrgeld habe ich reichlich gezahlt, und erst nach Jahren konnte ich einen guten Pool von einem schlechten unterscheiden, Standplätze erkennen, den richtigen Köder wählen und Regelmäßigkeiten im Beißverhalten ausmachen.

Der Aufstieg beginnt in den europäischen Flüssen sehr unterschiedlich. In Schweden, ich denke dabei an die berühmte Mörrum, befinden sich bereits Ende April, Anfang Mai die ersten „Blanken" im Fluß. Der Hauptrun setzt gegen Mitte Mai ein. In Norwegen be­ginnt an den meisten Flüssen die Sai­son am i. Juni, von einigen Ausnahmen einmal abgesehen. In den südlichen Flüssen allerdings beginnt der Aufstieg erst Mitte/Ende August. Diese späten Flüsse haben, im Gegensatz zu anderen, eine verlängerte Saison, oft bis Ende September. In Irland ziehen schon ab Anfang März die blanken Torpedos stromauf, und in Schottland werden sogar schon im Februar Frischaufsteiger gelandet.
Angeln und Fliegenfischen auf Zander
Aus dem Rapala-Buch. Auch wenn es hier um das Fischen mit Wobbler geht - für uns Fliegenfischer enthält dieses Buch sicherlich auch eine Menge Informationen.

Mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

Auf Zander Fliegenfischen

Der Run wird sehr stark von Wasserstand, Temperatur und auch von der Qualität beeinflußt. Eiskaltes Schmelzwasser zum Beispiel sorgt zwar für einen guten Wasserstand, aber nicht unbedingt für einen guten Aufstieg. Extremes Hochwasser nach Regenfällen lockt die Fische in den Fluß, sie gehen aber oft so schnell und ohne Pause stromauf, daß dem Angler nur wenige Chancen bleiben. Niedrigwasser, so wie in den letzten Jahren vor allem in Norwegen, ist des Anglers schlimmster Gegner. Die Lachse stehen vor der Mündung, sehr zur Freude der Berufsfischer, und warten auf günstigere Bedingungen.

Aber irgendwann ist es soweit - die Lachse kommen. Je nach Wasserführung im Fluß ziehen die Fische mal langsam, mal schnell von Pool zu Pool, in denen sie für einige Zeit verweilen. Das ist unsere Chance. Es ist erheblich schwerer, einen ziehenden Lachs an den Haken zu bekommen, als einen, der eine Verschnaufpause einlegt.

Die ersten Würfe an einem Pool sind die spannendsten, vorausgesetzt, er ist „jungfräulich". Das heißt, daß vorher kein anderer Angler durch Trampelei oder stundenlanges „Beharken" die Fische vor den Kopf gestoßen hat. Es klingt unglaublich, aber gut 90 Prozent meiner Lachse habe ich mit den ersten drei Würfen an den Haken bekommen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste - und so muß ich mich auch am Pool verhalten. Die Fische haben die nächtliche Ruhe genutzt und sich ein lauschiges Plätzchen an der Strömungskante gesucht - oft dicht am Ufer. Jetzt wie ein aufgescheuchtes Walroß ins Wasser zu stürzen, würde den Pool für längere Zeit zu einem toten Fleckchen Fluß machen. Indianertaktik ist angesagt. Vorsichtige und langsame Bewegungen am Ufer, kurze Würfe, dann wieder Pause, erneut ein paar Würfe - da bleibt die Rute nicht lange arbeitslos!

Als ungeschlagene Spitzenreiter in meiner Köderbox haben sich ein- und zweiteilige Schwimmwobbler in rot erwiesen. Um nicht den halben Tag mit Entwirren von Perücken beschäftigt zu sein und um noch ein paar Meter mehr Wurfweite herauszukitzeln, verzichte ich ausnahmsweise mal auf eine Multirolle und greife lieber zur altbewährten Stationärrolle. Bei Hochwasser oder in sehr tiefen Löchern fische ich die Rapalas am liebsten mit einer Seitenbleimontage. Wichtig dabei ist, das Vorfach entsprechend lang zu wählen, damit das Spiel des Köders nicht beeinträchtigt wird und der Wobbier nicht schon nach kurzer Zeit ein Opfer der Steine wird.

Auch hier ist das Werfen mit einer Multi eine riskante Angelegenheit und verlangt viel Übung. Sicherer ist gerade für Anfänger die Stationärrolle. Allerdings - gerade ein mißglückter Wurf mit einer Multi und einem vorgebleiten Wobbier bescherte mir an der Mörrum in Schweden meine bisher größte Meerforelle! Für die Seitenmontage verwende ich fast ausschließlich Stangenbleie oder Bleischnüre, zum Beispiel Gardinenschnur. Das verringert die Hängergefahr ganz erheblich. Außerdem kann ich mit einem Seitenschneider das Gewicht auf die jeweiligen Bedingungen „zurechtstutzen". Grundsätzlich gilt: Lieber zu leicht als zu schwer. Letztendlich geht es nur darum, das Wurfgewicht zu erhöhen und den Wobbier schon unmittelbar nach dem Eintauchen aufliefe zu bringen.

Zur absoluten Höchstform laufen Wobbler beim Harling auf. Diese sehr effektive Angelmethode wird vor allem an den großen Lachsflüssen und in Mündungsbereichen ausgeübt. Bei dieser Schlepptechnik wird das Boot von einer Uferseite zur anderen gerudert, wobei es sich langsam stromab bewegt. Auf diese Weise wird die gesamte Flußbreite und -strecke Stück für Stück abgeklopft. Am Ende der Strecke geht's per Außenborder wieder stromauf - und das Spiel beginnt von neuem.

Der Biß kann jederzeit erfolgen, aber erfahrungsgemäß gibt es eine besonders heiße Phase - den Wende­punkt! Just in dem Moment, wenn das Boot die Richtung ändert und sich wieder auf den Weg zum gegenüberliegenden Ufer macht, rummst es oft. Es scheint, als ob die Lachse dem Köder folgen und erst zupacken, wenn er für einen kurzen Moment auf der Stelle steht.

Ähnliche Erfahrungen habe ich auch vom Ufer aus gemacht. Sobald die Köder bei der Herumdrift die Hauptströmung verlassen, wenn kaum noch Zug auf der Schnur ist, bin ich gespannt wie ein Flitzbogen kurz vorm Abschuß. Ei­nen großen Teil meiner Lachse habe ich draufbekommen, wenn ich den Köder schon wieder einkurbeln wollte. Grundsätzlich lasse ich beim Harling die Wobbier in verschiedenen Entfernungen hinter dem Boot laufen. Nicht, um einen größeren Bereich abzufischen (das kommt hinzu), sondern um ganz einfach unterschiedliche Tiefen zu er­reichen. An kurzer Leine geht ein Schwimmwobbler tiefer als an langer. Außerdem versuche ich den Geschmack der Lachse zu treffen, indem ich einen Jointed und einen Einteiler „arbeiten" lasse.

Noch ein wichtiger Tip: Die Rollenbremsen sollten immer sehr weich eingestellt sein. Hat sich ein Lachs auf einen der Köder gestürzt, lasse ich ihn erst einmal laufen. So habe ich Zeit, die zweite Rute einzuholen. Erst dann beginnt das große Ringen. Andernfalls kann es passieren, daß ein stark forcierter Fisch zur Seite schwimmt oder sogar springt - nicht selten in die Schnur der zweiten Rute. Das gibt Probleme!

Abschließend noch ein wichtiger Tip zur Schnur: Nach einem harten Fight kappe ich grundsätzlich die ersten Meter der Hauptschnur. Starke Dehnung und Kontakte mit Steinen sind oft der Grundstein für einen Schnurbruch. Zu­mindest sollte aber der Knoten auf jeden Fall erneuert werden. Durch Faulheit habe ich zwar erst einen Lachs „versilbert", aber das war wahrscheinlich auch einer der größten, die ich jemals am Band gehabt habe!





Fliegenfischen und Angeln auf Lachs. Kurse dazu in der Fliegenfischerschule Mittelweser, Stolzenau ( Weser )